Pokal: JFV Verden/Brunsbrock - Hannover 96 (Weser Kurier)

Verden. Der Pokalwettbewerb im Fußball zieht seinen besonderen Reiz in erster Linie aus dieser ebenso beliebten wie traditionellen David-Goliath-Konstellation. Wenn der krasse Außenseiter den klaren Favoriten ärgert, am Ende sogar besiegt, ist das zumindest für die neutralen Fans jedes Mal ein Fest. Am Mittwochabend befanden sich die A-Junioren-Kicker des JFV Verden/Brunsbrock in dieser Rolle. Der Niedersachsenligist traf in der zweiten Runde des Niedersachenpokals auf den Bundesligisten Hannover 96. Und die Gastgeber schafften es zumindest eine Halbzeit lang, den Spruch vom Pokal und seinen eigenen Gesetzen zu bestätigen. Sie trotzten den 96ern bis zur Pause ein mehr als beachtliches 0:0 ab. Am Ende stand es jedoch 0:4 aus JFV-Sicht, der Favorit hatte sich noch einmal zusammengerissen.

Dabei sahen die rund 300 Zuschauer auch in Hälfte eins bereits Einbahnstraßen-Fußball. Wie erwartet stand der JFV Verden/Brunsbrock tief in der eigenen Hälfte und vertraute einer Fünferkette. Und wie erwartet machte Hannover bereitwillig das Spiel. Der Zweiklassenunterschied war unter diesem Aspekt durchaus zu erkennen. Die 96er agierten schneller, spielerisch wie mental, sie waren präsenter, spielten druckvoller und präziser. Kurzum: Sie waren besser. Doch etwas ging ihnen noch ab: nämlich der finale Pass. Der kam zu selten an, die zündende Idee fehlte zumeist. Die JFV-Defensive hielt dem Druck lange Zeit Stand, und falls nicht, gab es immer noch Torwart Paul-Tiberius Gansbergen, der sich mehrfach auszeichnete. So auch in Minute 15, als er stark parierte. Mit jeder missglückten Aktion der Gäste wuchs natürlich die Hoffnung der Hausherren auf den einen entscheidenden Moment, den Lucky Punch.


Doch diese Hoffnung erfüllte sich nicht. In der 56. Minute brachte der zur Pause eingewechselte Sebastian Soto die Gäste in Führung. Damit lenkte er die Partie in die erwarteten Bahnen. Und er legte in der 70. Minute zum 0:2 nach, einem Treffer, dem Abdullah Dzafo flugs das 0:3 folgen ließ (72.).

Die Partie war entschieden, die wackeren Verdener geschlagen. Dass Dzafo noch den vierten 96-Treffer markierte (82.) – geschenkt. David musste sich eingestehen, dass Goliath an diesem Abend zu stark war. In der Schlussphase, die von der eintretenden Dunkelheit beeinträchtigt wurde, wollte der JFV zumindest noch den Ehrentreffer erzielen. Doch dazu sollte es nicht mehr kommen, das Gehäuse der 96er geriet nicht mehr ernsthaft in Gefahr, trotz aller Bemühungen. „Die Hoffnung war schon da, wir haben das in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht“, lobte JFV-Trainer Antonio Sansone. Aber er wusste auch: „Die zweite Halbzeit war dann konditionell und vom Kopf her schwierig. Ingesamt ist das 0:4 okay. Wir haben gut verteidigt, aber vom Kontern her war das etwas zu wenig.“


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